Kommentar

Klare Regeln helfen

Hagen Strauß zu den Aussichten für die deutsche Wirtschaft

Die relativ gute Nachricht ist, es bleibt dabei, was auch schon andere Experten prognostiziert haben: Der wirtschaftliche Einbruch durch die Corona-Krise ist laut den führenden Wirtschaftsinstituten heftig, aber eben nicht ganz so hart wie in der Folge der Finanzkrise 2009. Wobei man bedenken muss: Damals stand es Spitz auf Knopf für die Sparer. Die Politik hat die Lage im Bankensektor dann relativ schnell in den Griff bekommen. Bei der Corona-Pandemie ist das anders, weil keiner sagen kann, wie lange sie noch anhalten wird – es sei denn, ein Impfstoff kommt schneller als gedacht.

Insofern ist der Optimismus der Institute, dass die deutsche Wirtschaft schon im nächsten Jahr wieder um 4,7 Prozent wachsen wird, mit Vorsicht zu genießen. Und die Hoffnung fußt auch lediglich auf der Annahme einer baldigen Beherrschbarkeit der Pandemie. Doch bis dahin ist es halt noch ein steiniger Weg, weil die Infektionszahlen wieder zunehmen. Das wirkt sich wiederum auf die Branchen aus, die ohnehin schon extrem gelitten haben. Es bleibt heikel für Gastronomie und Gaststätten, für das Veranstaltungsgewerbe, für große Teile der Dienstleistungsbranche, die eine wichtige ökonomische Stütze darstellt.

Ohne Kunden kann der Bereich nicht überleben. Doch viele Menschen überlegen sich halt ganz genau, ob sie angesichts des Infektionsgeschehens noch in ein Restaurant gehen oder Urlaub machen sollen – wenn sie es überhaupt dürfen. Klare Regelungen der Politik helfen da, Unsicherheiten zu nehmen. Auch bei den Unternehmen. Daran fehlt es aber teilweise. Der Staat trägt jedenfalls eine große Verantwortung für die ökonomische Lage im Land.

 
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