Kommentar

Klares Gesetz fehlt

Archivartikel

Thomas Spang zu Waffen aus dem 3-D-Drucker

Bei der Klage gegen die Plastikpistole aus dem 3-D-Drucker geht es ums Prinzip. Das von der US-Verfassung garantierte Recht, Waffen zu tragen, trifft auf den Anspruch der Bürger auf Sicherheit. Deshalb wird schon seit 2013 so erbittert über die Verbreitung der Software für die Herstellung des „Liberators“ gestritten.

Die Kritiker der „Lego“-Pistole glauben selber nicht, dass dieses Modell für Terroristen oder Kriminelle besonders ansprechend sein dürfte. Warum durch die Mühe der aufwendigen Herstellung einer höchst unzuverlässigen Waffe am teuren 3-D-Drucker gehen, wenn auf dem Schwarzmarkt verlässliche Waffen leicht verfügbar sind?

Den Klägern geht es vor allem darum, dass sich der „Liberator“ nicht in Metallschleusen entdecken lässt. Mit dem Fortschreiten der Technik und besseren Designs könnten sie eines Tages günstiger und in besserer Qualität hergestellt werden. Dann gäbe es einen Präzedenzfall. Der Texaner Cody Wilson argumentiert genau anders herum. Wenn schon der „Liberator“ verboten wird, werde es nicht lange dauern, ehe die Regierung andere Waffen aus dem Verkehr zieht. Dies unterliefe die Freiheitsrechte der Amerikaner. Vieles spräche für einen gesetzlichen Kompromiss, der mit der Verfassung konform ist. So könnte das Herunterladen der Software auf registrierte Benutzer aus den USA beschränkt, die Verwendung von Metallbauteilen verlangt und die Registrierung vorgeschrieben werden.

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