Kommentar

Klarheit schaffen

Archivartikel

Kostenlose Girokonten soll es bei der Commerzbank weiter geben. Obwohl sich die zweitgrößte deutsche Bank solche Offerten eigentlich nicht leisten kann. Am Ende werden andere Kunden diese Angebote bezahlen müssen. Über höhere Preise. Andere Girokonten dürften teurer werden, Dienstleistungen im Wertpapiergeschäft ebenso wie Angebote im Zahlungsverkehr.

Selbst die Kunden der bislang eigenständigen Direktbank-Tochter Comdirect können sich nicht sicher sein, dass es dort so günstig bleibt wie bisher. Die Comdirect wird von der Commerzbank geschluckt, die Preise „zusammengeführt“, wie Commerzbank-Chef Zielke sagt. Dabei hat er sicher nicht im Kopf, dass die Preise bei der Mutter auf die der billigeren Online-Tochter abgesenkt werden.

Kunden mag das ärgern. Faktisch aber sind Bankdienstleistungen hierzulande im Vergleich zu anderen Ländern günstig. Auch wegen des starken Wettbewerbs. Insofern ist der Ansatz der Commerzbank, die Preise zu erhöhen, einerseits riskant, weil Kunden weglaufen könnten, andererseits unausweichlich, wenn sich das Institut stabiler aufstellen will.

Bitterer als steigende Preise für die Kunden sind die Einschnitte beim Personal. Ein Fünftel der 1000 Filialen wird die Commerzbank in den nächsten drei Jahren schließen, 2300 Vollzeitstellen fallen weg. Wo es die Einschnitte vor allem geben wird, muss in den nächsten Monaten festgezurrt werden. Besser früher. Denn die Unsicherheit unter den Beschäftigten ist groß. Was wiederum schlecht ist für die Motivation.

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