Kommentar

Klein, aber oho

Konstantin Groß zum Konversionsprojekt Stem-Barracks

 

Beim Thema Entwicklung ehemals militärisch genutzter Flächen haben die Seckenheimer eine günstige Ausgangslage: Auf ihrer Gemarkung befinden sich gleich zwei Areale von zusammen mehr als 13 Hektar; das ist so viel wie nirgendwo sonst im Süden Mannheims. Und dies birgt ein überdurchschnittliches Potenzial, Neubürger zu gewinnen und damit bestehende Infrastruktur vom Einzelhandel bis zu den Schulen zu stabilisieren.

Doch zum einen ist das lediglich ein verdienter Ausgleich für jahrzehntelange Belastungen der Vergangenheit. Und zum Zweiten ist die Neuentwicklung dieser Flächen auch und gerade in Seckenheim keineswegs einfach. Das wird an den Stem-Barracks besonders deutlich. Auch wenn es sich um ein nur kleines Areal handelt, so sind die Herausforderungen außergewöhnlich groß.

Verkehrstechnisch in der Falle

Das zentrale Problem der Stem-Barracks ist ihre Erschließung. Einfach ausgedrückt: Das Areal sitzt verkehrstechnisch in der Falle. Eine Führung durch das angrenzende Wohngebiet ist für die Anwohner kaum verträglich, der direkte Autobahn-Anschluss rechtlich verwehrt. Für Gewerbe ist das wenig attraktiv. Wohnbebauung jedoch würde unter den Belastungen der unmittelbar vorbeiführenden Autobahn leiden.

Angesichts dieser Zwickmühle wäre eine Nutzung als Sportgelände oder gar die von Manchem erträumte Renaturierung durch Fortsetzung des Waldes ideal. Doch angesichts des Wertes, den Grundstücke in unserem Ballungsraum besitzen, ist dies wohl eher unrealistisch. Die BImA wird kaum auf die immensen Erlöse aus ihrem Verkauf für den Bundeshaushalt verzichten wollen.

Die Diskussion der nächsten drei Jahre wird also spannend. Die Seckenheimer werden sich dabei auf die Hinterfüße stellen müssen, damit ihre Bedürfnisse nicht unter die Räder geraten.