Kommentar

Kleine Dosis

Stefan Vetter versteht die Aufregung nicht. Homöopathische Arzneimittel spielen gemessen an den Gesamtausgaben eine untergeordnete Rolle

Was der eine für Mumpitz hält, mag dem anderen gesundheitlich durchaus helfen. So war es schon immer bei der alternativmedizinischen Behandlungsmethode Homöopathie. Jedenfalls gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis über den Nutzen, weshalb sich in der Tat die Frage stellt, warum Anhänger von Globuli nicht selbst dafür aufkommen, anstatt Krankenkassen damit zu belasten, die doch eigentlich nur der Schulmedizin Rechnung tragen sollen.

Tatsache ist, dass viele Menschen auf Homöopathie schwören. Nicht wenige Familien setzen auf homöopathische Behandlungen für ihre Kinder. Offenbar aber nicht in solchen Dimensionen, um der teilweisen Kostenerstattung seitens gesetzlicher Kassen komplett einen Riegel vorschieben zu müssen. 2017 lag der Anteil homöopathischer Medikamente an den Gesamtausgaben für Arzneimittel bei deutlich weniger als 0,1 Prozent. Dass Krankenkassen überhaupt solche – wohlgemerkt freiwilligen – Angebote machen, hat zweifellos auch mit ihrer guten Finanzlage zu tun.

Angesichts einer sich eintrübenden Konjunktur muss es dabei aber nicht bleiben. Hinzu kommt, dass die Große Koalition erst kürzlich die Zügel angezogen hat. Im Rahmen ihres Terminservice- und Versorgungsgesetzes wurde der bis dahin mögliche Wahltarif für homöopathische Arzneimittel abgeschafft – dieser spezielle Tarif sei von den Versicherten kaum genutzt worden. Gemessen an der aktuell großen Aufregung über eine vermeintliche Verschwendung von Beitragsgeldern für Globuli & Co. handelt es sich also offenbar nur um ein kleines Problem.

 
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