Kommentar

Kleine Mengenlehre

Archivartikel

Peter Reinhardt kriti-siert die Mängel in der Schulverwaltung

 

Viele bildungspolitischen Akteure wollen die amtliche Statistik einfach nicht wahrhaben: Dass die Schülerzahl im Südwesten sinkt, passt nicht ins Weltbild der Verbände. Das Paradebeispiel lieferte gestern die Lehrergewerkschaft GEW, die kein Wort über den Rückgang insgesamt verlor und wie gewohnt mehr Lehrerstellen forderte.

Die Realität ist komplizierter: In den weiterführenden Schulen sorgen kleinere Jahrgänge für einen Schülerrückgang, und zwar trotz der hohen Flüchtlingszahlen 2015 und 2016. Bei den Grundschulen macht sich dagegen bereits bemerkbar, dass in den letzten Jahren die Geburtenzahlen in Baden-Württemberg wieder gestiegen sind. Darauf muss sich die Politik einstellen, weil die Ausbildung von Lehrern sechs bis acht Jahre dauert.

In den weiterführenden Schulen müsste sich durch den Schülerrückgang eigentlich eine Besserung in der Unterrichtsversorgung ergeben. Aber das wird nirgends sichtbar. Im Gegenteil ist der Unterrichtsausfall gerade hier erheblich gestiegen. Einmal mehr zeigt sich die Kultusverwaltung als undurchdringliches Dickicht. Mehrere Kultusminister haben bereits versprochen, die Steuerung der Ressourcen transparenter zu machen. Aber geschehen ist noch nichts. Der Rechnungshof hatte den Auftrag, bis letzten Sommer dazu ein Gutachten zu erstellen. Bis heute liegt es noch nicht vor. Für nichts gibt das Land mehr Geld aus als für die Schulen. Die Zweifel wachsen, dass das alles gut angelegt ist.

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