Kommentar

Kluger Plan

Jürgen Berger zur Karriere von Philipp Lahm

 

Dass Philipp Lahm nun in den illustren Kreis der Ehrenspielführer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft aufrücken wird, war absehbar. Über die Verdienste des früheren Bayern-Stars und seinen makellosen Ruf außerhalb des Platzes gibt es keine zwei Meinungen. Der 34-Jährige hat diese Wertschätzung absolut verdient.

Von besonderer Bedeutung ist ist allerdings auch, dass Lahm künftig als EM-Botschafter für den DFB tätig sein wird. Der Weltmeister-Kapitän soll dem Verband helfen, die Kontinentalmeisterschaft im Jahr 2024 auszurichten – und sicher auch das nicht nur durch den Skandal um die Heim-WM angekratzte Image in der Öffentlichkeit aufzupolieren.

Lahm treibt seinen klugen Karriere-Plan mit diesem Schachzug weiter voran. Der Münchner hat sich bereits während seiner Profilaufbahn ein Firmenportfolio außerhalb des Sports aufgebaut. Der zweifache Familienvater ist dadurch unabhängig – und weiß genau, was er will.

Das Engagement für den DFB ist ein erster Schritt zurück in die Fußballszene, nachdem es mit dem Sportdirektoren-Posten beim FC Bayern nichts wurde, weil ihm nicht genügend Einfluss zugebilligt worden war.

Eine Rückkehr zu „seinem“ Club hat Lahm, der Stadionbesuche zuletzt gemieden hatte, längst nicht abgehakt.