Kommentar

Körperkameras nutzen!

Archivartikel

Die Hemmschwelle nimmt ab, es wird immer schneller zugeschlagen. Daher verwundert es nicht, dass in Baden-Württemberg die Aggressionsdelikte in Zügen, Bussen und auf Bahnanlagen zuletzt weiter zugenommen haben. Leichte und schwere Körperverletzungen bilden hierbei eine negative Ausnahme in der ansonsten positiven Entwicklung der Kriminalstatistik.

Doch was der Stuttgarter Innenminister Thomas Strobl (CDU) als Erfolg seiner Sicherheitspolitik verkaufen könnte, kommt durch die Zunahme im heikelsten Bereich wie ein Bumerang zurück. Es bleibt hier nichts anderes übrig, als die Sicherheitsvorkehrungen im öffentlichen Raum weiter zu erhöhen.

Der Einsatz von Videokameras muss ausgebaut werden, Streifen müssen Präsenz zeigen, und die Verkehrsunternehmen mehr Sicherheitspersonal einsetzen. Dazu kommt: Mit Körperkameras können die Sicherheitskräfte Straftäter filmen und die Polizei unterstützen. Bisher wird dieses Instrument nur an großen Bahnhöfen genutzt. Erste Erfahrungen in Hamburg sind positiv. Es wird Zeit, die Kameras nicht nur an Großstadt-Bahnhöfen, sondern flächendeckend einzusetzen. Hier gilt: Bei der Abwägung ist das Sicherheitsbedürfnis höher einzustufen als Bedenken wegen des Datenschutzes.