Kommentar

Komplizierte Zwangspause

Jürgen Berger zu den Bundesliga-Problemen während der WM 2022

Um den WM-Schwachsinn in Katar in zwei Jahren für die Spieler und Clubs so erträglich wie möglich zu machen, braucht es kreative Denkansätze, keine Frage. Eine Ideallösung zu finden, die allen Beteiligten gerecht wird, ist allerdings so realistisch wie der Titelgewinn der Gastgeber.

Dass nun darüber nachgedacht wird, noch während des Turniers wieder Bundesliga-Partien anzusetzen, hilft der Dauer-Debatte aber nicht weiter. Dieser Plan ist allein schon aufgrund der daraus resultierenden Wettbewerbsverzerrung zu abenteuerlich, um umsetzbar zu sein. Die Chancengleichheit bliebe durch die unterschiedliche Taktung der Belastung auf der Strecke.

Eine interessante Alternative wäre dagegen eine Art „Testspielrunde“ während der Wüsten-Weltmeisterschaft, um die lange Zwangspause zu überbrücken. Die Clubs können ihre Nicht-Nationalspieler ja unmöglich einfach für zehn Wochen in den Urlaub schicken und den Alltagsbetrieb komplett auf Sparflamme laufenlassen.

Diese für die Bundesligisten immens wichtige Thematik wurde bisher in der Öffentlichkeit kaum diskutiert, da das Hauptaugenmerk auf der extrem kurzen Vorbereitung der Nationalmannschaft lag. Doch auch hier gilt: Alle Betroffenen müssen mit der gleichen Situation umgehen – und das sollte die Kompromissbereitschaft fördern.