Kommentar

Konkurrenz rückt näher

Stefan Skolik zum Formtief des Mercedes-Teams

 

Sind die goldenen Zeiten für das Mercedes-Team vorbei? Es hat fast den Anschein. Denn seit drei Rennen sind die Silberpfeile ohne Sieg – das gab es zuletzt 2013. Doch bei genauerer Betrachtung wird klar, dass die Überlegenheit des Teams noch immer vorhanden ist: Der Wagen ist schnell und perfekt entwickelt, baut auf einen leistungsstarken Antrieb, es steht ein starkes Team dahinter und man verfügt über zwei Spitzenfahrer. Das zeigt sich nicht zuletzt darin, dass Mercedes in der Konstrukteurswertung vorn liegt.

Einzig die Reifen machen momentan noch leichte Probleme, doch das bekommen die Silbernen bestimmt bald in den Griff. Ein Blick in die vergangene Saison sei dafür erlaubt: Auch da führte Sebastian Vettel nach der Anfangsphase der Saison, ehe Mercedes wieder das Steuer übernahm.

Tatsache ist allerdings auch, dass die Konkurrenz aufgeschlossen hat. Der neue Ferrari scheint auf allen Strecken zu funktionieren, in Shanghai setzte Red Bull ein Ausrufezeichen – plötzlich war Mercedes nur dritte Kraft. Das wiederum erschwert natürlich die Arbeit der Strategen: Denn eine Taktik aus der Spitzenposition eines Rennens heraus erfolgreich zu planen, ist deutlich leichter, als wenn man im engen Verfolgerfeld unterwegs ist. Der Druck steigt – und damit auch eine mögliche Fehlerquote.