Kommentar

Konsequenter Schritt

Archivartikel

Steffen Mack zum Abgang des Klinikum-Geschäftsführers

Die Trennung von Jörg Blattmann erfolge „im besten Einvernehmen“, heißt es. Wie man das so formuliert, um eine gesichtswahrende Lösung zu finden. Ob der Kaufmännische Direktor mit seiner Vertragsauflösung – wie kolportiert – tatsächlich einem Rauswurf zuvorkam, mag dahingestellt bleiben. Fakt ist: Blattmann hat den Rückhalt des Aufsichtsrats, mit Oberbürgermeister Peter Kurz an der Spitze, verloren. Und weil das Klinikum finanziell am Tropf der Stadt hängt, wäre ohne deren Vertrauen eine weitere Zusammenarbeit kaum möglich. Daher ist Blattmanns Abgang konsequent und richtig.

Es sind dem Vernehmen nach nicht einzelne grobe Schnitzer, die Blattmann angelastet werden. Bei denen hätten ja auch der andere Geschäftsführer, Frederik Wenz, oder der Aufsichtsratsvorsitzende Kurz korrigierend eingreifen müssen. Es ist wohl mehr so, dass der Stadtspitze und dem Gemeinderat der Umbau am Klinikum generell zu langsam vorankommt – beziehungsweise noch nicht genügend Erfolg zeigt.

Dass das Krankenhaus nach dem Hygieneskandal 2014/15 immer noch Erwartungen hinterherhinkt und Negativschlagzeilen schreibt, ist indes nicht allein Blattmann anzulasten. Daher wird sein Abgang die Lage auch nicht über Nacht rosiger machen.

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