Kommentar

Konzept überdenken

Archivartikel

Dirk Jansch zur Zukunft des Stadtteilfestes

 

Ein Aus der Kerwe und des Stadtteilfestes – das hat Vogel-stangs Nachbarstadtteil Käfertal längst hinter sich, und auch in Wallstadt wurde zuletzt die Sorge über die Zukunft der Kerwe laut. Großveranstaltungen in den Vororten geraten allerorten unter Druck – teilweise wegen zu hoher behördlicher Auflagen, die kaum ein Veranstalter mehr zu bewältigen vermag, zum überwiegenden Teil aber, weil die bewährten Helferstrukturen wegbrechen. Da ist die Vogelstang kein Einzelfall.

35 Jahre Stadtteilfest Vogel-stang – mit der Tradition sind auch diejenigen, die mithelfen, in die Jahre gekommen. Tische, Bänke und Getränkekisten schleppen, sich, wenn auch im Schichtdienst, an den Ausschank oder an den Grill stellen – das können viele ehrenamtliche Helfer aufgrund ihres Alters körperlich nicht mehr leisten. Doch es wäre schade, wenn eine Traditionsveranstaltung wie diese wegbricht, nur weil die Helfer zu alt geworden sind. Dazu ist der Bürgerverein mit weit über 1000 Mitgliedern breit genug aufgestellt.

Ein „Weiter so“ darf es nicht geben, das Stadtteilfest braucht frischen Wind und neue Ideen. Aber jüngere Stadtteilbewohner zum Mitmachen zu motivieren, geht nicht einfach per order di mufti, sondern kann nur gelingen, indem man das bisherige Konzept überdenkt und es für neue Einflüsse und Angebote öffnet. Wenn etwa statt allein des Bürgerchors eine Musikgruppe der Grundschule oder eines der Kinderhäuser den Programmteil mitgestalten würde, kämen zur Eröffnung auch gleich die Eltern mit. Das Geschwister-Scholl-Gymnasium oder auch das Jugendhaus haben talentierte Musikgruppen, die ebenfalls einen Beitrag leisten könnten.

Dabei sein erhöht die Identifikation. Über die Programmgestaltung könnte der Bürgerverein jüngeres Publikum begeistern und auf diese Weise versuchen, zusätzliche Helfer zu gewinnen.