Kommentar

Korrupt

Archivartikel

Thomas Spang zum enthüllten Verhalten von Donald Trump

John Bolton bestätigt die schlimmsten Befürchtungen über die Instinkte des US-Präsidenten. In seinem neuen Buch schildert er detailliert, wie Donald Trump das vielleicht wichtigste Amt der Welt für seine persönlichen Zwecke missbraucht, um politisch wie privat Vorteile daraus zu ziehen. Dabei verhält er sich nicht wie der „Führer der freien Welt“, sondern wie der korrupte Despot einer Bananen-Republik.

Wer Trump etwas gibt, erhält etwas zurück. Und umgekehrt. Grünes Licht für Umerziehungslager in China gegen Sojabohnen-Käufe bei Farmern im Mittleren Westen, die für seine Wiederwahl wichtig sind. Militärhilfe für die Ukraine gegen Wahlkampfmunition für Biden. Intervention zugunsten eines Erdogan-Bankers für türkische Unterstützung in Syrien.

Trump arbeitet mit Nachdruck daran, die USA als Supermacht abdanken zu lassen und in einen großen Selbstbedienungsladen für sich zu verwandeln. Das Ganze garniert er mit erschütternder Ignoranz und Ahnungslosigkeit. Stellt sich die Frage, warum Bolton 17 Monate lang mitgemacht hat und den Mund hielt, als es drauf ankam. Sein Schweigen während des Amtsenthebungsverfahrens ist so unentschuldbar, wie sein Buch dennoch wichtig ist. Spätestens nach diesen Enthüllungen des ehemaligen Sicherheitsberaters muss den Amerikanern sonnenklar sein, worum es im November bei der Präsidentschaftswahl geht.

Zum Thema