Kommentar

Kosten besser verteilen

Archivartikel

Beim Geld hört die Freundschaft auf. Das alte Sprichwort bestätigt sich meistens, wenn Kosten zwischen Partnern aufgeteilt werden müssen – so wie beim Öffentlichen Personennahverkehr in Schriesheim, Dossenheim, Hirschberg, Edingen-Neckarhausen, Heddesheim und Weinheim. Diese Kommunen werden von der ehemaligen OEG mit der Linie 5 im Rundkurs Mannheim-Heidelberg-Weinheim bedient, Heddesheim auf einem gesonderten Ast mit der 5a. Zwar sind die Gemeinden mit dem Angebot der Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft zufrieden, doch beim Bezahlen für die Leistungen schaut ein jeder auf seine kommunale Kasse – und ziert sich. Die Verhandlungen für einen neuen Konzessionsvertrag zwischen Landkreis und RNV ab 2024 werden mit Sicherheit kontrovers und spannend.

Bis dahin müssen die Karten neu gemischt werden. Verständlicherweise können Schriesheim und Edingen-Neckarhausen dem bisherigen Abrechnungsmodus, der sich an der Gemarkungsgröße orientiert, nichts abgewinnen, zahlen sie doch erheblich mehr als die anderen kleineren, vergleichbaren Gemeinden. Und da der ÖPNV in den nächsten Jahren durch eine von allen gewollte Attraktivierung und neue Bahnen erheblich teurer wird, würde die Kosten-Schere durch Zahlung nach Nutzzugkilometern weiter auseinanderklaffen.

Also muss eine andere, gerechtere Basis für die Ausgleichszahlungen geschaffen werden. Die Gemeinden sollten sich vorab und frühzeitig auf ein anderes, besseres Berechnungsmodell verständigen. Zahl der Haltestellen, Fahrgäste, Taktverkehr, Sonderwünsche – da gibt es durchaus Möglichkeiten.

Das wäre auch vernünftig angesichts der zentralen Bedeutung des ÖPNV für Klimawandel und Verkehrswende, wie es viele Kommunalpolitiker in ihren Sonntagsreden immer wieder betonen. Doch wenn’s ums Geld geht, ist wohl eher wieder ein politischer Schlagabtausch um die Verteilung der Kosten zu befürchten. Man darf gespannt sein!

 
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