Kommentar

Kraftakt dringend nötig

Archivartikel

 

Konzertierte Aktion. Das klingt verheißungsvoll. Bereits vor gut einem halben Jahrhundert fanden sich Politiker, Arbeitgeber sowie Gewerkschafter und Wissenschaftler zu einer konzertierten Aktion zusammen, um der stagnierenden Wirtschaft in der damals noch jungen Bundesrepublik auf die Beine zu helfen. Und auch in der Pflege braucht es jetzt endlich einen gemeinsamen Kraftakt, um die vielerorts dramatische Lage sowohl für Pfleger als auch die zu Pflegenden spürbar zu verbessern.

Einer rasant wachsenden Zahl an potenziell zu Pflegenden – pro Jahr kommen allein 40 000 Demenzkranke neu hinzu – steht eine Versorgung gegenüber, die zunehmend an ihre Grenzen stößt. Weil Fachkräfte fehlen, weil Hetze und Überlastung den Arbeitsalltag vieler Pfleger bestimmen und ihr Beruf daher zwangsläufig wenig attraktiv ist. Kurzum, weil die Rahmenbedingungen nicht stimmen.

Dagegen hilft nur ein ganzes Maßnahmenbündel – angefangen von einer besseren Bezahlung über eine Ausbildungsoffensive bis hin zur verstärkten Anwerbung ausländischer Pflegekräfte. Immerhin hat die Bundesregierung erkannt, dass es sich bei dem Thema um eine ressortübergreifende Herausforderung handelt.

Übrigens: Die konzertierte Aktion vor mehr als 50 Jahren war zwar nur eine vorübergehende Erscheinung, aber durchaus von einigen Erfolgen gekrönt. Hoffentlich gelingt das jetzt auch bei der Pflege.

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