Kommentar

Krisensicher

Archivartikel

Manfred Loimeier plädiert für eine grundlegende steuerliche Neuregelung zugunsten von Handwerksbetrieben

Zurzeit werden ja zahlreiche Hilfspakete geschnürt, um Selbstständigen, Unternehmen und Firmen den Fortbestand über die Corona-Pandemie hinaus zu ermöglichen. Zuletzt etwa mit Blick auf Gastronomie und Hotellerie die Senkung der Mehrwertsteuer oder, mit Blick auf Friseurbetriebe, besondere Hygienerichtlinien.

So hilfreich das momentan ist, so zeitlich befristet ist die Wirkung dieser Maßnahmen. Dabei wäre gerade jetzt die Gelegenheit, um grundsätzliche Reformen einzuleiten. Kleine und mittlere Betriebe stehen auch deshalb derzeit auf der Kippe, weil es ihnen aufgrund des Steuerrechts quasi unmöglich gemacht wird, Rücklagen für Krisenzeiten zu bilden.

Sobald ein Handwerker ein kleines finanzielles Polster aufbauen möchte, wird dieses nach jetzigem Maßstab bei der Steuererklärung als zu versteuerndes Guthaben betrachtet. Eigentlich ist es auch steuerlich ja gewünscht, das Geld mit Investitionen in Umlauf zu bringen und den Konsum oder Arbeitsplätze zu schaffen. Wer an Rücklagen zur Sicherheit denkt, wird gleichsam bestraft.

Entsprechend denkt sich manch einer, wozu auf ein Guthaben Steuern zahlen, wenn ich mir dafür auch einen schicken Firmenwagen kaufen und diesen dann als Betriebsausgabe von der Steuer absetzen kann?

Was es also braucht, ist – wie bei den Banken die Verpflichtung zu Rücklagen – ein Finanzrecht, das es jedem Betrieb zugesteht oder sogar abverlangt, entsprechend dem Umsatz des Betriebs einen Finanzsockel zu bilden, der steuerfrei bleibt. Das stärkt Betriebe, zumindest für die nächste Krise.

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