Kommentar

Küchentisch hat ausgedient

Archivartikel

Frank Schumann zum Homeoffice-Beschluss bei Siemens

Die Corona-Pandemie wird die Welt vielfach verändern – und in der Arbeitswelt ist der Wandel bereits in vollem Gange. Dass ein Weltkonzern wie Siemens die Möglichkeiten für das Homeoffice massiv ausweitet, bedeutet eine Zeitenwende. Bislang waren es vor allem die Arbeitgeber, die von ihren Beschäftigten mehr Flexibilität forderten. Jetzt gewährt der Siemens-Vorstand der Belegschaft größere Freiheiten, was vor allem ein großer Vertrauensbeweis ist. Gerade in den Chefetagen waren die Bedenken gegenüber dem Homeoffice besonders ausgeprägt, denn viele Führungskräfte befürchteten Kontroll- und damit einen Machtverlust. Doch die Erfahrungen der Corona-Krise haben auch den Siemens-Vorstand eines Besseren belehrt.

Nun müssen die Arbeitgeber den eingeschlagenen Weg konsequent weiter beschreiten. Das bedeutet, dass die Arbeitsbedingungen im Homeoffice nicht schlechter als im Büro sein dürfen. Die Zeit der improvisierten Heimarbeitsplätze muss jetzt ein Ende haben, der Küchentisch hat ausgedient. Die Fürsorgepflicht der Arbeitgeber bezieht sich auch auf einen tauglichen Bürostuhl oder angemessene technische Ausstattung – damit Homeoffice endgültig zur Erfolgsgeschichte wird.