Kommentar

Kühne These

Stefan Skolik zur Zukunft der Formel E

Nico Rosberg greift mit seiner Aussage, dass die Formel 1 bald nur noch elektrisch unterwegs ist, sehr weit voraus. Sicher hat die rein elektrische Formel E – deren Miteigentümer Rosberg ist – eine eigene Zukunft. Sicher ist auch, dass es inzwischen keine Dampfmaschinenrennen mehr gibt, sondern Wettbewerbe mit Verbrennungsmotoren. Aber die Königsklasse des Motorsports, die Formel 1, das brüllend laute, farbenfrohe und milliardenschwere PS-Spektakel, das weltweit Abermillionen Menschen noch immer fasziniert – bald nur noch als surrendes Hightech-Event auf den Rennstrecken zu sehen, das ist schwer vorstellbar.

Rosberg, der in Berlin auch eine Messe für umweltfreundliche Innovationen mitinitiiert hat, verfolgt mit seiner Prognose handfeste eigene Interessen – das ist legitim. Die Formel E hat ihre Nische gefunden und auch ihr Publikum. An der Formel 1 aber wird die E-Serie noch lange nicht vorbeikommen.

Dies entbindet die Macher der Formel 1 aber nicht von ihrer Pflicht, die Serie weiter an der Spitze zu halten – auch hier sind dauerhaft Erneuerung und stetige Verbesserung gefragt: Nicht nur im Marketing, auch in der Technik.