Kommentar

Kulturwandel nötig

Archivartikel

Der wirtschaftliche Aufschwung im Südwesten der vergangenen zehn Jahre ist vorbei. Dafür sprechen alle Anzeichen: Die Konjunkturprognosen sind schwach, Stellenabbau- und Kurzarbeitspläne werden angekündigt sowie Prognosen nach unten korrigiert. Die Folgen der weltweiten Handelskriege sowie der Brexit treffen Baden-Württemberg mit seiner exportorientierten Wirtschaft besonders hart.

Allerdings kommt zu den globalen Wirtschaftsproblemen ein grundlegender Strukturwandel hinzu. Das Zusammentreffen dieser Entwicklungen stellt Politik und Wirtschaft vor große Herausforderungen. Entscheidend zum einen wird sein, ob die Kernbranchen des Landes den Technologiewandel hinbekommen. E-Mobilität und weitere alternative Antriebsarten, autonomes Fahren, Digitalisierung oder künstliche Intelligenz lauten die Stichworte. Hier haben die Unternehmen gegenüber ihren Konkurrenten in den USA oder in China schon einen drastischen Rückstand aufzuholen.

Zum anderen muss endlich die Bereitschaft zunehmen, in der Wirtschaftspolitik unkonventionelle Wege abseits des deutschen Bürokratismus zu gehen. Schwerpunkte in Forschung und Entwicklung, eine Start-up-Mentalität ohne Angst vor dem Scheitern – das Land der Tüftler muss sich in großen Teilen neu erfinden.

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