Kommentar

Kurve bekommen

Jan Kotulla zur Einigung bei den TV-Rechten für Olympia

 

Jetzt sind alle Beteiligten doch noch über ihren Schatten gesprungen. Fast zwei Jahre hat es gedauert, ehe nach reichlich Gepolter eine Lösung zwischen Rechte-Inhaber Discovery und den Unterhändlern von ARD und ZDF gefunden wurde. Wie tief die Öffentlich-Rechtlichen für Olympia in die durch die Zwangsabgabe (Rundfunkbeitrag) mit acht Milliarden Euro gut gefüllte Tasche greifen mussten, wollten die Verantwortlichen nicht sagen. Es dürften aber über 200 Millionen Euro sein. Dafür wurde allerdings eine Einigung für die Spiele 2018, 2020, 2022 und 2024 gefunden. Was sich nach Riesensumme anhört, relativiert sich schnell, wenn man bedenkt, dass ARD und ZDF allein für die Fußball-EM 2020 150 Millionen hingeblättert haben.

Gewinner sind auf jeden Fall die Zuschauer. Alle Sender werden sich mächtig ins Zeug legen, um jeweils zu beweisen, dass man besser über die Spiele berichtet als die Konkurrenz. Wichtig wäre allerdings, dass Randsportarten nicht hinten runterfallen. Gerade die Öffentlich-Rechtlichen sollten an ihren verfassungsrechtlichen Auftrag denken und ein vielfältiges Angebot liefern und nicht auf die Quote schielen.