Kommentar

Längst überfällig

Jürgen Berger zur Auszeichnung von Toni Kroos

Die Wahl von Toni Kroos zu Deutschlands Fußballer des Jahres ist absolut verdient. Der Mittelfeldstar hat nicht zuletzt durch seinen dritten Champions-League-Sieg mit Real Madrid in Serie Maßstäbe gesetzt – und hätte diese Ehre eigentlich schon vor einem Jahr verdient gehabt.

Doch das Karriereende von Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm verhinderte damals den legitimen Sprung auf den Thron. Daher darf Kroos nun seine erstmalige Kür als verspätete Genugtuung und Bestätigung empfinden.

Der gebürtige Greifswalder ist trotz seines enttäuschenden Auftritts bei der WM in Russland gemeinsam mit einem gesunden Manuel Neuer der einzige deutsche Profi, der zur absoluten Weltklasse zählt – deshalb war seine Auszeichnung diesmal alternativlos. Das verdeutlicht auch der riesige 146-Stimmen-Vorsprung für den bescheidenen Titelsammler.

Das Abstimmungsergebnis zeigt noch einmal schonungslos den Absturz der etablierten DFB-Kräfte um Thomas Müller, Mesut Özil oder Sami Khedira. Die Platzierung von Nils Petersen und Naldo auf den Positionen zwei und drei ist bei allem Respekt vor deren Leistungen in der Bundesliga ein weiteres deutliches Warnsignal für den deutschen Fußball.

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