Kommentar

Längst überfällig

Archivartikel

Solche Regeln sind mehr als überfällig – zehn Jahre nach der Finanzkrise. Banken in den Industrieländern hatten die Weltwirtschaft durch Zockerei und unverantwortliche, zum Teil kriminelle Geschäfte in die Krise gerissen. Heute unterliegen sie deutlich strengeren Regeln der Bankenaufseher, aber nicht im Blick auf ihr soziales, gesellschaftliches Verhalten und auf Klima und Umwelt.

Jetzt endlich setzt ein Teil der Institute zumindest weltweit auf Prinzipien, die sie zu verantwortungsvollen Geschäften anhalten sollen. Eine Pflicht gibt es nicht, sie sind freiwillig. Aber die Institute müssen sich künftig an dieser Selbstverpflichtung messen lassen. Das gilt hierzulande vor allem für die Deutsche Bank. Skandale und Verstöße gegen Regeln müssen bei Deutschlands größtem Geldhaus endgültig der Vergangenheit angehören, so wie das Bankchef Christian Sewing immer wieder verspricht.

Privatkunden und Firmen sollten auf die Einhaltung der Prinzipien achten. Verstößt ihre Bank dagegen und zeigt keinen erkennbaren Willen, dies zu ändern, sollte es nur eine Konsequenz geben: Das Konto und Depot kündigen, die Geschäftsbeziehung beenden und zu einer „sauberen“ und sozial verantwortungsbewussten Bank wechseln.

Die UN sollten zugleich einen Mechanismus etablieren, der schwarze Schafe aussortiert und dafür sorgt, dass Banken bei Verstößen das Recht entzogen wird, mit den Prinzipien zu werben. Mangelnde soziale und nachhaltige Verantwortung sollten – ja müssen – konsequent bestraft werden.

Zum Thema