Kommentar

Land mit in der Pflicht

Archivartikel

Anke Philipp über den Besuch von Minister Lucha

Neckarvorland, Mittelstraße, Neumarkt: Die Stadt hat damit begonnen, Missstände in der Neckarstadt-West und städtebauliche Mängel mit gezielten Entwicklungsvorhaben zu beheben. Das ist dringend nötig. Vor allem der 1,4 Millionen Euro teure Umbau des katholischen Gemeindesaals (Kaisergarten) zum „Kinder- und Jugendbildungshaus“ und der Ausbau der Humboldtschule zum Ganztagesbetrieb – zwei Projekte, die schon lange gefordert werden – müssen jetzt schnell vorankommen. Denn in dem Quartier mit besonderen sozialen Herausforderungen (Zuwanderung, Armut, Drogenkonsum) fehlen Betreuungsangebote für Jugendliche. Immer wieder kommt es zu heftigen Konflikten, wachsen Spannungen zwischen bestimmten Gruppen – wie rund um die Humboldtschule oder am Spielplatz Zehntstraße. Das Land Baden-Württemberg ist da mit in der Pflicht, hat bereits 2018 Städtebau-Fördermittel aus dem nichtinvestiven Bereich für Arbeit mit osteuropäischen Kindern zur Verfügung gestellt. Nun müssen noch mehr Finanzmittel aus Stuttgart fließen.

Die Stadt plant derweil ein professionelles Konfliktmanagement. Es sollte dringend durch zusätzliches Personal im Jugendhaus Erlenhof flankiert werden.