Kommentar

Langer Weg

Archivartikel

Jürgen Berger zur Situation im deutschen Damen-Tennis

Angelique Kerber, Julia Görges und Andrea Petkovic waren als Fed-Cup-Team ein verschworener Haufen, der das deutsche Damen-Tennis lange Zeit im Rampenlicht gehalten hat. Mit den Grand-Slam-Erfolgen von Kerber gab es sogar endlich wieder eine Tennis-Königin, die es bis zur Nummer 1 der Weltrangliste schaffte. Doch bis dahin war es ein steiniger Weg – auch für die Kielerin, der ihr erster ganz großer Coup in Melbourne mit 28 Jahren gelang, nachdem sie zuvor zwischenzeitlich schon an das Karriereende gedacht hatte.

Deshalb ist ihr Lob für die Nachfolge-Generation um die 17-jährige Nastasja Schunk vom TC BASF Ludwigshafen absolut verständlich. Die Talente haben es in der Corona-Krise fast ohne Wettkampf-Möglichkeiten extrem schwer, sich weiterzuentwickeln. Sie brauchen einen besonders starken Durchhaltewillen und die Geduld der Öffentlichkeit. Nur so besteht die Chance, zumindest den Sprung in die erweiterte Weltspitze zu schaffen.

Hilfreich wäre dabei auch ein erfolgreicher Neustart von Kerber, die als Vorbild weiter vorangehen könnte. Die 32-Jährige hat nach vielen Rückschlägen neue Kraft geschöpft und will es sich in diesem Jahr noch einmal selbst beweisen. Gelingt ihr das, hätte die Suche nach neuen Stars doch noch ein bisschen mehr Zeit.

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