Kommentar

Langsame Wirkung

Archivartikel

Frank Schumann zur gesenkten Konjunkturprognose

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen, lautet ein geflügeltes Wort. Doch auch wenn die Konjunkturvorhersagen vielleicht nicht auf die Stelle hinter dem Komma genau sind – der deutschen Konjunktur geht langsam die Puste aus. Das ist nach dem längsten Aufschwung der Nachkriegsgeschichte erst einmal zu verkraften, zumal die Aussichten für das kommende Jahr freundlicher sind.

Die Kehrseite ist, dass die von der USA geschürten Handelsstreitigkeiten ihre Wirkung langsam entfalten – und womöglich länger andauern als befürchtet. Entscheidend wird sein, wie schnell eine weltweite Konjunkturabkühlung auch die Vereinigten Staaten erfasst. Im Moment wächst die Wirtschaft ordentlich, die Arbeitslosigkeit liegt auf dem niedrigsten Niveau seit den späten 1960er-Jahren. Die Wähler von US-Präsident Donald Trump haben aus ökonomischer Sicht bislang keinen Grund, ihn abzuwählen. Im Augenblick ist es zumindest nicht abwegig, dass Trumps Motto „Amerika zuerst“ die globale Wirtschaft noch etliche Jahre in Atem hält, indem es Abschottung und Handelshemmnisse befördert.

Und was bedeutet das für die deutsche Konjunkturlokomotive, den Export? Produkte „Made in Germany“ genießen weltweit nach wie vor einen exzellenten Ruf. Die deutschen Unternehmen müssen ebenso zuverlässig wie innovativ bleiben und sich womöglich auch in unbekannte Länder vorwagen, um Marktanteile auszubauen. Dann wird weiteres Wachstum möglich sein.

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