Kommentar

Lautern im Panikmodus

Tobias Törkott zur Situation des 1. FC Kaiserslautern

Auf dem „Betze“ herrscht riesige Unruhe: Angesichts von gerade einmal vier Punkten Vorsprung auf Tabellenplatz 17 geht auf den Gängen des Fritz-Walter-Stadions die Angst um. Denn es droht sogar die Insolvenz. Die Zukunft des ehemals glorreichen 1. FC Kaiserslautern ist ungewiss. Die sportliche Misere und das Zwölf-Millionen-Euro-Loch, das die Lizenz für eine weitere Spielzeit in der Dritten Liga massiv gefährdet, lassen die Sorgenfalten der Verantwortlichen in der Führungsetage immer tiefer werden.

Die verschiedenen Finanzierungsmodelle, die auf Investoren, kleiner und großer Gewichtsklasse, einer neuen Form der „Betze“-Anleihe, oder Zwischenkrediten bei Banken beruhen, zeigen: Die FCK-Bosse sind in den Panikmodus gewechselt.

Einigkeit fehlt

Interne Machtspielchen belasten das Seelenleben der Anhängerschaft zusätzlich. Querelen in der Führungsebene behindern seit Jahren eine erfolgreichere Zukunft. Auch mit der aktuellen Besetzung wirken die Pfälzer nicht eingespielt: Geschäftsführer Michael Klatt spricht von einem klaren Plan. Aufsichtratschef Patrick Banf gibt zu, dass „jeder Investor helfen würde“. Einigkeit sieht anders aus.

In der aktuellen Schieflage der Pfälzer resultierte auch die Absetzung des Ex-Vereinsvorsitzenden Rainer Keßler – Nachtreten in den sozialen Medien inklusive – in einer Image-Katastrophe. Dass erst ein Anwalt aus Kaiserslautern vor wenigen Tagen den Antrag auf die wichtige Einberufung eines Notvorstandes veranlassen musste, verdeutlicht das Führungs-Chaos.

Die FCK-Bosse müssen endlich aufwachen. Potenzielle Investoren werden so konsequent abgeschreckt. Ohne Miteinander auf allen Ebenen ist das Ziel Lizenzierung mehr als eine Herkulesaufgabe. Und selbst wenn diese gemeistert würde, herrscht noch immer die gewaltige, fast lähmende Abstiegsangst.

 
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