Kommentar

Lebendige Stadt erhalten

Katharina Koser plädiert für vernünftiges Verhalten im Jungbusch

Es ist Sommer, es ist warm. Das Daheimbleiben fällt bei diesen Temperaturen noch schwerer als ohnehin, junge Menschen zieht es an den Wochenenden auch spätabends noch nach draußen. Das ist verständlich, gerade weil das mediterrane Jungbusch-Flair in diesem Jahr vielen den Urlaub ersetzen muss. Und trotzdem ist es leichtsinnig, sich so unbedarft in Gruppen zu treffen, besonders wenn Alkohol das Bewusstsein trübt, der Abstand nicht eingehalten wird, Menschen in seltenen Fällen eine Maske tragen.

Das Problem der Lärmbelästigung ist ein altes. Wenn sich beide Seiten kompromissbereit geben, kann eine Lösung gefunden werden. Keine Kompromisse darf es allerdings geben, wenn es um die Gesundheit und Sicherheit aller geht: Wer sich nicht an die Regeln hält, setzt die zurückgewonnenen Freiheiten aufs Spiel. Die Lösungsansätze von Stadt und Polizei sind wichtig und sinnvoll.

Doch angesichts steigender Infektionszahlen geht es auch nicht ohne ein vernunftbasiertes Verhalten derjenigen, die einfach nur friedlich feiern möchten. Die Einschränkungen einzuhalten, fällt niemandem leicht. Doch eine zweite Infektionswelle, ein neuer Lockdown könnte für ein ganzes Szeneviertel endgültig das wirtschaftliche Aus bedeuten. Das kann niemand wollen, dem eine lebendige Stadt am Herzen liegt. Um sie am Leben zu erhalten, müssen wir ihren Puls verlangsamen. Das ist eine Geduldsprobe für jeden Einzelnen. Aber notwendig.