Kommentar

Lernprozess für alle Beteiligten

Archivartikel

Thorsten Langscheid über das umstrittene Gutachten

Das umstrittene Altlastengutachten offenbart erwartbare, für die Nutzung typische Verschmutzungen, aber keine dramatischen oder gar skandalösen Verseuchungen. Dass es solche schwerwiegenden Altlasten geben müsse, wurde seit Beginn der Überlegungen zur Bundesgartenschau immer wieder kolportiert, der Nachweis freilich nie erbracht. Was kann man aus dem Streit um die Untersuchungsergebnisse also lernen?

Zum Beispiel, dass Zeitzeugen für die Erkundung von Altlasten wichtig sind, aber am Ende die Messwerte zählen. Diese sind zum Glück nicht so schlecht wie befürchtet. Auf der anderen Seite ist es aber auch nicht so, dass auf dem Spinelli-Gelände gar nichts gefunden wurde. Es geht hier um gravierende Verunreinigungen, deren Beseitigung noch einiges Geld kosten könnte.

Lernen kann man auch, dass Behörden eigentlich gar nichts zu verbergen haben, wie es der Stuttgarter Informationsfreiheits-Beauftragte Stefan Brink ausdrückt. Der Lernauftrag richtet sich aber nicht nur an die Bürger, die schließlich ganz zu Recht wissen wollen, was Sache ist. Der Auftrag richtet sich vor allem an die Behörden selbst. Transparenz schafft Vertrauen - die Stadtverwaltung hat, nicht ganz ohne Nachhilfe, einen guten Anfang gemacht. Davon wünscht man sich in Zukunft mehr.

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