Kommentar

Lieber Stillstand

Peter W. Ragge zu gescheiterten Riesenrad-Plänen

Von München bis Magdeburg reicht die Liste, von Friedrichshafen bis Köln, von Eltville direkt am Rhein bis zu Trier an der Mosel: In mehr als 40 deutschen Städten sind derzeit, teils an prominenten Standorten direkt in der City oder an Uferpromenaden, Riesenräder postiert. In Worms dreht es sich bereits seit 11. Juni, in Landau seit 26. Juni, in Magdeburg sogar schon seit Anfang Mai. Und in Mannheim? Da dreht man sich im Rathaus höchstens um sich selbst.

Andere Städte machen das, um nach der Absage so vieler Veranstaltungen die Schausteller zu unterstützen, aber auch den Bürgern wieder ein bisschen Spaß zu gönnen. Mannheim gibt da im bundesweiten Vergleich jedoch ein arg schlechtes Bild ab.

Zwar hat die zuständige städtische Gesellschaft mehrere Konzepte erarbeitet. Aber während anderswo schon Buden und Karussells in Fußgängerzonen betrieben wurden, hat Mannheims Verwaltung viel zu lange gezögert. Dann wurden nur wenige Standplätze bewilligt und dort schließlich die strengsten Maßstäbe angelegt. Natürlich muss alles versucht werden, damit es nicht zu Ansteckungen mit dem Coronavirus kommt – aber man kann alles so oder so regeln. In Mannheim ist man lieber „auf der sicheren Seite“ – und wenn es Stillstand heißt.

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