Kommentar

Logische Forderung

Archivartikel

Rolf Obertreis zum Vorstoß von Greenpeace

In acht Jahren ist vieles möglich. Bis dahin sollte, so fordert es jedenfalls Greenpeace, der Verkauf von Diesel- und Benzin-Fahrzeugen gestoppt werden. Und bis 2040 sind solche Fahrzeuge dann am besten gar nicht mehr auf den Straßen Europas unterwegs. Grund: Die Klimaziele der EU müssen erreicht werden. Die Forderung scheint insofern logisch.

So schnell, wie manche hoffen, wird es allerdings nicht zu einem Boom bei Elektroautos kommen. Es hapert bei der Ladeinfrastruktur. Nicht jeder hat ein Eigenheim, in dessen Garage ein Lade-Punkt eingerichtet werden kann. Zum anderen sinken die Spritpreise tendenziell, während Strom teurer wird. Ganz abgesehen davon, dass der Strom im Blick auf den Klimaschutz auch aus umweltfreundlicher Energie stammen muss. Zudem ist die Anbindung ländlicher Regionen ohne Auto und damit vor allem ohne Diesel- oder Benziner-Pkw wohl noch auf Jahre hin schwer umzusetzen.

Wichtiger und klimaentlastender wären weniger Lkw auf den Straßen. Aber der Verkehr nimmt eher zu denn ab, weil Lkw von vielen Herstellern auch in der Automobilindustrie weiter als rollende Lager betrachtet werden und Verbraucher immer häufiger online bestellen.

Die Forderung, Fahrzeuge mit Verbrennermotoren zu verbannen, klingt auf den ersten Blick einleuchtend. Die Umsetzung freilich ist mit vielen Problemen verbunden. Nicht zuletzt auch bei den Herstellern. Schließlich werden für Elektrofahrzeuge weniger Teile benötigt und damit auch weniger Beschäftigte. Aber wie gesagt: In acht Jahren ist vieles möglich.

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