Kommentar

Machen, was möglich ist

Archivartikel

Roger Scholl zum Aus für das Alkoholverbot

 

Sicher, man kann heulen und wehklagen, zetern und lamentieren darüber, dass der Gesetzgeber die Hürden für ein Alkoholverbot so hoch gesetzt hat. Die Zustände, die ein solches zeitlich und räumlich begrenztes Verbot rechtfertigten mag man sich freilich weder vorstellen noch wünschen. Sei’s drum, den Mannheimer Ordnungsbehörden bleibt nach derzeitiger Rechtslage nichts anderes übrig, als sich mit den juristischen Gegebenheiten zu arrangieren.

Was das in der Praxis nur bedeuten kann, dürfte klar sein: Störungen oder gar Straftaten durch die beiden Trinkerszenen dort lassen nur verhindern oder eindämmen, indem Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst den Paradeplatz weiterhin konsequent in den Fokus ihrer Streifen rücken. Einzelne Schwerpunktaktionen mögen zudem dabei helfen, die Zustände an dieser zentralen Stelle der Stadt nicht aus dem Ruder laufen zu lassen. Ob ein Alkoholverbot an Haltestelle hier viel verändert, scheint indessen doch fraglich.

Dass in der Vorlage der Verwaltung viel Hoffnung noch auf einem geplanten Trinkertreff ruht, ist verständlich. Allein ordnungspolitisch kommt keine Kommune gegen das Trinkerproblem an, es braucht darüber hinaus Hilfsangebote für die Betroffenen. Doch diese Hoffnung hat sich am Veto des Gemeinderats zerschlagen. Hier muss daher eine schnelle Lösung mit einem für alle tragbaren Standort her.

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