Kommentar

Macht begrenzen

Archivartikel

Das gelingt nur ganz wenigen Unternehmen. Wenn der Firmenname in der Alltagssprache benutzt wird, kann sich der Vorstand freuen. „Google das mal“, ist so ein Fall. Der US-Konzern steht für eine grundlegende Tätigkeit der modernen Menschen: die Suche im Internet. Und das, obwohl es einige konkurrierende Programme anderer Hersteller gibt. 20 Jahre wird Google heute alt – und liefert ein Beispiel für die erstaunliche Revolution unseres Lebens, die Macht von Konzernen und die Schwierigkeit politischer Steuerung.

Wer es früher genau wissen wollte, musste die teure, zehnbändige Ausgabe eines Nachschlagewerkes kaufen. Heute ist das Weltwissen quasi kostenlos und demokratisiert für Milliarden Menschen auf ihren Smartphones abrufbar, wobei in der Info-Lawine Weisheit und haarsträubender Blödsinn, damit auch Vor- und Nachteile der Modernisierung, eng beieinander liegen.

Vermutlich haben Organisationen noch nie so schnell so viel Einfluss gewonnen wie Google und die anderen großen Internetunternehmen. Nur zwei Jahrzehnte brauchten sie, um jeweils zwei bis drei Milliarden Menschen einzubinden und in vielen Ländern Monopole zu errichten.

Diese Macht birgt gigantische Gefahren. Vergleichsweise wenige Personen können zumindest beeinflussen, welche Informationen die Hälfte der Weltbevölkerung erhält. Eine Diktatur irgendwelcher böser Mächte existiert trotzdem nicht. Allerdings müssen die demokratischen Staaten aufpassen, dass ihnen die globalen Konzerne nicht über den Kopf wachsen. So arbeitet das Bundeswirtschaftsministerium an Ergänzungen des Kartellrechts. Man will es Google & Co. erschweren, Konkurrenzfirmen aufzukaufen. Andere sollen auch mal eine Chance bekommen. Gewaltenteilung muss – im übertragenen Sinne – auch für Unternehmen gelten.

 
Zum Thema