Kommentar

Mächtiger Strippenzieher

Alexander Jungert zur Rolle von Hasso Plattner bei SAP

Nun also doch. SAP-Mitgründer Hasso Plattner erwägt eine weitere Amtszeit an der Spitze des Aufsichtsrats. Plattner ist ein mächtiger Strippenzieher und nach wie vor der richtungsweisende Mann bei Europas größtem Softwarehersteller.

In unruhigen Corona-Zeiten wolle er ein Stück Sicherheit und Kontinuität ins Unternehmen bringen, erklärt Plattner. Tatsächlich hat SAP beides dringend nötig. Deutlich übt Plattner Kritik an der aus seiner Sicht zu losen Organisation der Zukäufe, die in den vergangenen Jahren gemacht worden sind. Für ihn ist es „Fakt“, dass die Integration der Software mangelhaft läuft. Die Corona-Pandemie kommt obendrauf. Kunden schieben große IT-Investitionen deshalb auf die lange Bank. Plattner, 76 Jahre alt, hat offensichtlich das Gefühl, dass noch wichtige Dinge auf den Weg gebracht werden müssen. Und dass es ohne ihn nicht geht.

Das Ur-Gestein kennt SAP wie nur wenige andere. Plattners Verdienste sind groß, keine Frage. Sollte er wirklich noch ein paar Jahre weitermachen, wird aber gleichzeitig die Chance auf einen Generationenwechsel vertan. Dieser ist an anderer Stelle schon in vollem Gange: Vorstandssprecher Christian Klein und die beiden Vorstandsmitglieder Jürgen Müller und Thomas Saueressig sind allesamt in den 1980er Jahren geboren.

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