Kommentar

Mann, Mann, Mann

Archivartikel

Jan Kotulla zum Umgang mit Fußballerinnen

Ja, es gibt Unterschiede, wenn Männer und Frauen Fußball spielen: die Aggressivität gegen Ball und vor allem Gegner, bestimmte Leistungswerte, die mediale Aufmerksamkeit, das Zuschauerinteresse in den Stadien (vor Corona) – und die Bezahlung.

Dennoch sollten vor allem die Fußballer die Gemeinsamkeiten nicht vergessen, sondern ihre Sonderstellung in der Gesellschaft als Multiplikatoren nutzen, um für ihre Kolleginnen und einen Umgang auf Augenhöhe zu werben.

Der Deutsche Fußball-Bund hat sich da in der Vergangenheit sehr lange Zeit nicht mit Ruhm bekleckert. Dabei gab und gibt es bei den Frauen ebenfalls Typen – und zwar reichlich. So wie die Weinheimerin Heidi Mohr, die Tore am Fließband schoss, 1999 zu „Europas Fußballerin des Jahrhunderts“ gewählt wurde, aber nie das Rampenlicht gesucht hat und vor zwei Jahren mit nur 51 Jahren starb. Oder Europameisterin und Olympiasiegerin Dzsenifer Marozsán, die bei Olympique Lyon zu den Führungsspielerinnen gehört und im September ihr 100. Länderspiel absolviert hat.

Von der Authentizität einer Megan Rapinoe dürfen sich die kickenden Kollegen auch gerne eine Scheibe abschneiden. Oder wie Almuth Schult verdeutlicht: Würde man Mats Hummels oder Toni Kroos fragen, wie sie das mit der Kindererziehung hinbekommt? Warum eigentlich nicht! Dabei könnten spannende Tipps herauskommen.

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