Kommentar

Mannheim holt auf

Thorsten Langscheid über das Fahrradjubiläum

Der „Aha-Effekt“ am Samstag, 9. Juni, war spürbar. In der Fressgasse und in anderen wichtigen Einkaufsstraßen drängten sich die Besucher, aber Autos waren nicht zu sehen. Dieser ganz andere, entspannte Innenstadt-Eindruck, den viele Mannheimer und auswärtige Gäste vom „Monnem Bike“-Festival mit nach Hause nahmen, könnte in der anstehenden kommunalpolitischen Diskussion über die Neuaufteilung des öffentlichen Raums in der Stadt helfen.

Denn es geht darum, pragmatisch zu überlegen, wo eine Einkaufsmetropole für ihre Einzelhandelskunden attraktivere Gehwege, urbane Plätze, Straßencafés und Raum für City-Events aller Art zur Verfügung stellt. Denn nur Einkaufslagen mit hoher Aufenthaltsqualität können im Wettbewerb etwa mit dem zunehmenden Onlinehandel bestehen. Und ganz nebenbei bemerkt: Wenn dabei weniger Auto gefahren wird, hilft das auch, zu hohe Stickoxidwerte in der City abzusenken.

Das Radjubiläum war in vieler Hinsicht ein Riesenerfolg. Wenn es gelingt, dies jetzt auch verkehrspolitisch zum Tragen zu bringen, kann Mannheim nach dem rundum gelungenen Jubiläumsjahr auch beim Fahrradverkehr aufholen.

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