Kommentar

Mannheims neue Mitte

Thorsten Langscheid über den Bauboom am Hauptbahnhof

Über Geschmack lässt sich streiten – deshalb müssen die Neubauten, die derzeit am Hauptbahnhof entstehen, nicht unbedingt jedem gefallen. Aber klar ist doch: Mannheim verändert um die Wende zu den 2020er Jahren ganz stark sein Gesicht und wächst um eine neue Stadtmitte am Bahnknotenpunkt. Während einerseits der Willy-Brandt-Platz umgestaltet wird, entsteht jenseits der Gleise ein ganz neuer Lindenhofplatz mit Wasserspielen, Stadtbahnhalt und Fahrradparkhaus.

Hier wird ein attraktiver Übergang aus dem „alten“ Lindenhof zum neuen Glückstein-Quartier, aber auch von der Innenstadt zur nahegelegenen Rheinpromenade geschaffen. Die geplante neue Stadtbahnlinie mit der Haltestelle „Hauptbahnhof Süd“ bietet dann bald eine attraktive Alternative zum Haltepunkt auf dem Willy-Brandt-Platz und somit einen weiteren Anreiz, auf Bus und Bahn umzusteigen.

Die beiden Neubaugebiete auf dem Postareal sowie dem Gelände der früheren Bahninsel und der John-Deere-Gießerei bringen zudem ohne Zweifel urbanes Flair in Bereiche der City, die jahrzehntelang geradezu sträflich weit unter ihrem hohen Wert als Immobilienstandort und als öffentliche Plätze genutzt worden sind. Gut, dass nach dem mehr als 20 Jahre währenden planerischen Vorlauf nun fast alle ehemaligen Mannheim-21-Flächen verkauft und viele davon bereits bebaut wurden. Damals, im Sommer 1999, war übrigens auch mit der Modernisierung des Empfangsgebäudes im Hauptbahnhof begonnen worden. Wie doch die Zeit vergeht . . .

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