Kommentar

Maßstab Mercedes

Archivartikel

Stefan Skolik zum verkorksten Rennen von Ferrari in Mexiko

Mercedes ging voll ins Risiko, wechselte früher als geplant die Reifen – und verhalf Lewis Hamilton zum Mexiko-Sieg. Die Silberpfeile lieferten damit eine meisterliche Teamleistung ab und zeigten sich einmal mehr würdig, Champion zu sein – während Ferrari seiner vor Pannen und Fehlern gepflasterten Saison einen weiteren hinzufügte.

Denn es hat nicht „Klick“ gemacht, wie es sich Sebastian Vettel gerne wünschen würde. Wieder einmal. Diesmal fehlte bei der Scuderia der Mut, eine ungewöhnliche Entscheidung zu treffen, die nicht nur auf gesammelten Renndaten beruht. Es fehlte der Mut, eine Gelegenheit beim Schopf zu packen – auch aus einer vermeintlich sicheren Führungsposition heraus. So verspielte Vettel die Siegchance, indem er zu spät in die Box kam und dann nach dem Reifenwechsel in Runde 37 viel Zeit im Verkehr auf der Strecke verlor.

Verspätete technische Entwicklungen, falsche Strategien, viel zu häufige Fahrfehler – man mag kaum glauben, dass Ferrari nach diesem verkorksten WM-Jahr in der kommenden Runde wieder nach dem Titel zu greifen vermag. Denn zu groß ist der Rückstand auf die Silberpfeile, die der Maßstab in der Königsklasse bleiben werden – zweifellos auch im Jahr 2020.

 
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