Kommentar

Mediation gefragt

Archivartikel

Matthias Kros über die SAP vor Gericht

Der Fall des gekündigten Betriebsratsmitglieds beim Softwarekonzern SAP sucht seinesgleichen. Schon die Entlassung als solche, ist überaus ungewöhnlich. Schließlich gilt für die Arbeitnehmervertreter wegen ihres mitunter heiklen Mandats ein besonderer Schutz.

Noch ungewöhnlicher macht den Fall die Tatsache, dass der zuständige Ausschuss des Betriebsrates der Kündigung sogar zugestimmt hat. So etwas kommt in der Praxis aus naheliegenden Gründen so gut wie nie vor. Dass SAP hier eine Ausnahme bildet, zeigt einmal mehr, wie es um den Zusammenhalt in dem Gremium bestellt ist.

Die Auseinandersetzung vor dem Arbeitsgericht dürfte die Sache nicht besser machen. Der Gütetermin am Mittwoch zeigte jedenfalls, dass eine schnelle Einigung nicht in Sicht ist. Ein drohender Prozess könnte sogar über Jahre durch alle Instanzen gehen.

Immerhin haben sich beide Seiten einer externen Mediation gegenüber offen gezeigt. Das erscheint aus heutiger Sicht wesentlich erfolgversprechender als ein öffentliches Gerichtsverfahren. Außerdem ist ein Arbeitsgericht auch eigentlich nicht dazu da, mühevoll die Beförderungspraxis bei SAP in Augenschein zu nehmen.

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