Kommentar

Mehr als Geld bieten

Archivartikel

Matthias Kros über die Restrukturierung bei SAP

Beschäftigungssicherungen sind vor allem in der Industrie nichts Ungewöhnliches. Bei Übernahmen oder Umstrukturierungen handeln Arbeitnehmervertreter gegen bestimmte Zugeständnisse beispielsweise gerne einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen für einen mehrjährigen Zeitraum aus. Das gibt den betroffenen Belegschaften Sicherheit.

Bei einem wachstumsstarken Softwarekonzern wie SAP tauchte das Wort Beschäftigungssicherung dagegen nicht auf. Die Walldorfer schaffen ja regelmäßig neue Stellen und werden bald erstmals über 100 000 Mitarbeiter haben.

Doch die drei umfangreichen Restrukturierungen, die SAP in den vergangenen vier Jahren durchgeführt hat, haben Spuren hinterlassen. Zwar werden die finanziellen Konditionen dabei regelmäßig von allen Seiten gelobt. Aber auch in Deutschland dürfte mancher Kollege die SAP nur mehr oder weniger freiwillig verlassen haben. Und für die verbleibenden Mitarbeiter ist so eine Maßnahme ebenfalls oft ein gravierender Einschnitt.

Das Drängen des Betriebsrates ist daher durchaus nachvollziehbar: Die zweifellos notwendigen Restrukturierungen müssen den Mitarbeitern mehr bieten als nur Abfindungen und Vorruhestandsregelungen.