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Alexander Jungert zum Streit um die Zuckersteuer

 

Die britische Regierung wollte nicht mehr dabei zusehen, wie sich die Bevölkerung immer ungesünder ernährt. Seit kurzem gilt eine Zuckersteuer, um den Konsum von Getränken mit übermäßig viel Zucker einzudämmen. Seither läuft auch hierzulande eine leidenschaftliche Diskussion darüber, ob eine Zuckersteuer eingeführt werden soll. Jetzt melden sich prominente Fernsehärzte wie Eckart von Hirschhausen zu Wort. Aber ist eine Zuckersteuer wirklich sinnvoll? Keineswegs, denn sie dürfte recht wenig bewirken.

In Großbritannien haben Konzerne ihre Rezepturen für den Markt schon angepasst – und zwar so, dass der Zuckeranteil unter dem steuerpflichtigen Grenzwert liegt. Süß schmecken die Getränke trotzdem, weil Hersteller den sinkenden Zuckeranteil einfach durch Süßstoffe ausgeglichen haben. Dass diese den Stoffwechsel durcheinanderbringen können, ist bekannt. Ein Mittel gegen Übergewicht ist das also auf keinen Fall.

Mehr bringt eine erhöhte Transparenz auf Verpackungen. Nicht alle Nahrungsmittel enthalten so offensichtlich Zucker wie Schokolade. Zudem sollte Werbung, die sich speziell an Kinder richtet, eingeschränkt werden. Generell dürfte ein Umdenken bei Kunden – also ein bewussterer Umgang mit Zucker – effektiver sein als eine zusätzliche Steuer, die das Einkommen der Bürger belastet.

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