Kommentar

Mehr Ordnung, mehr Struktur

Hagen Strauß über die wachsende Zahl von E-Tretrollern

Da ist Verkehrsminister Andreas Scheuer wohl zu optimistisch gewesen. Von wegen, E-Scooter sind eine Alternative zum Auto für den kurzen Weg zur Arbeit oder von A nach B. Bisher sind sie es klar nicht. Eher scheinen die „Elektrokleinstfahrzeuge“ in den großen Städten etwas für Touristen und Spaßbrüder zu sein – ähnlich den berühmt-berüchtigten „Bier-Bikes“.

Die Dinger stehen in der Gegend herum und versperren anderen den Weg. Viele Nutzer brettern mit ihnen über die Bürgersteige, nicht selten alkoholisiert. Das kann man jedenfalls täglich in Berlin erleben. Es fehlt an Ordnung, an Regeln, an Struktur, wie und wo die Scooter abgegeben oder nach dem Benutzen hingestellt werden dürfen. Was es aber noch weniger gibt, sind Kontrollen. Das wiederum verwundert nicht. Denn auch andere Vergehen im Straßenverkehr werden oft nicht mehr geahndet. Selbst dann nicht, wenn die Polizei auf der anderen Straßenseite steht.

Mehr Konsequenz ist dringend notwendig, und es liegt an den Kommunen, das zu ändern. Was aber kostspielig ist und dauern wird. Kurzfristig sollten die Städte deshalb mit den Verleihfirmen Vereinbarungen schließen, um die Anzahl der Tretroller zu begrenzen. Auch müssen die Kunden viel besser über die Verkehrsregeln informiert werden. Ansonsten geht das E-Scooter-Chaos weiter.