Kommentar

Mehr Tempo!

Alexander Jungert zu Elektroautos in Deutschland

 

Deutschland dümpelt bei der Elektromobilität vor sich hin. Ausgerechnet das Land, in dem das Auto erfunden worden ist.

Norwegen oder Belgien zum Beispiel sind längst viel weiter. Weil die Regierungen dort besser fördern - durch Quoten oder finanzielle Anreize für Verbraucher. Auch die deutsche Industrie hinkt hinterher. Kaum jemand verbindet große Namen wie BMW, Daimler oder Volkswagen mit Elektromobilität. Zwar hat sich bei der Modellpalette in den vergangenen Monaten einiges getan. Doch deutsche Hersteller fahren nach wie vor in der zweiten Liga. Junge Unternehmen aus den USA wie Tesla sind schneller unterwegs, geben der Branche Trends vor, trauen sich mehr. Auch Hersteller aus China sind vorne mit dabei. Die deutsche Industrie muss noch mehr aufs Tempo drücken.

Das ist wichtig, weil die Faszination des surrenden Fahrens allein nicht für den Erfolg reicht. Verbraucher kaufen Elektroautos, wenn sie günstig, einfach aufzuladen (egal, wo man gerade ist) und komfortabel sind. Ansonsten ereilt sie dasselbe Schicksal wie vor 100 Jahren. Schon damals standen Elektroautos kurz davor, in den Vereinigten Staaten und Europa die Straßen zu erobern. Gleichzeitig wurden Benziner weiterentwickelt; plötzlich galten diese als wesentlich bequemer zu steuern und schafften die höheren Reichweiten. Das günstige Öl besorgte den Rest. An das elektrische Fahren dachte kein Mensch mehr.

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