Kommentar

Mehr Transparenz

Archivartikel

Stefan Vetter verlangt eine Meldepflicht für Behandlungsfehler

 

Die Zahl der Behandlungsfehler ist im Sinkflug. Das mag beruhigend klingen. Sollte es aber nicht. Denn entscheidend bleibt, was tatsächlich passiert, und nicht, was unvollständig registriert wird. Immerhin kommt es in Deutschland zu fast 20 Millionen Krankenhausbehandlungen pro Jahr. Die Untersuchungen bei niedergelassenen Ärzten übersteigt diese Zahl um ein Vielfaches. Da fällt es tatsächlich schwer zu glauben, dass es sich nur um ein paar wenige Tausend Verfehlungen handeln soll.

Viele ärztliche oder pflegerische Fehler dürften schon deshalb im Dunkeln bleiben, weil sie keine gesundheitlichen Schäden nach sich ziehen. Obendrein gehen Patienten längst nicht jedem Verdacht nach, weil sie die Erfolgschancen als gering einstufen. Allerdings krankt es auch an einer unzureichenden Strategie zur Fehlervermeidung. Und die wiederum geht auf mangelnde Transparenz zurück. Krankenkassen, Ärzteschaft und Gerichte werkeln jeder für sich. So lassen sich Schwerpunkte kaum erkennen und nur schwerlich bekämpfen. Notwendig ist eine Meldepflicht bei bestimmten Fehlern, anonym und ohne Angst vor Strafen. In England zum Beispiel hat man damit gute Erfahrungen gemacht. Warum nicht auch hierzulande?

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