Kommentar

Hagen Strauß verlangt die sofortige Aufhebung des Beherbergungsverbots – weil es für die Pandemiebekämpfung nichts bringt

Merkel ist gefordert

Archivartikel

Hagen Strauß verlangt die sofortige Aufhebung des Beherbergungsverbots – weil es für die Pandemiebekämpfung nichts bringt

Wenn am Mittwoch Bund und Länder erneut über die Corona-Maßnahmen beraten, dann ist Angela Merkel gefordert. Die Kanzlerin steht im Wort, dass die Beschränkungen immer wieder überprüft werden, um die Verhältnismäßigkeit zu wahren. Mit dem Beherbergungsverbot sind die Länder bei Zustimmung des Bundes aber über das Ziel hinausgeschossen. Es gilt, den Fehler schnell zu beseitigen, auch wenn das einigen Urlaubern für die Herbstferien nichts mehr nützt. Deren Frust wird bleiben.

Auch der der Hoteliers, die gehofft hatten, die Folgen der Krise noch etwas wettmachen zu können. Selbst die größten Mahner wie der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach lassen an der Maßnahme nicht Gutes, weil sie für die Bekämpfung der Pandemie nichts bringt. Dann müsste man auch den Pendelverkehr beispielsweise zwischen Berlin und Brandenburg untersagen. Die innerdeutschen Reisen sind bei der Ausbreitung des Virus nicht das Problem, wenn die Hygieneregeln eingehalten werden und die Hotels und Pensionen über entsprechende Konzepte verfügen. Das ist der Fall, sonst dürften sie gar nicht öffnen.

Ohnehin ist hinsichtlich der Ausweisung von Risikogebieten der Wert 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen überholt, da durch die massive Ausweitung der Tests die Dunkelziffer bei den Infektionen deutlich geringer geworden ist.

Merkel hört bei der Bekämpfung des Virus auf die Experten. Sie sollte es in diesem Fall genauso halten und nachdrücklich auf die Ministerpräsidenten einwirken, die Maßnahme wieder zurückzunehmen. Bislang hat die große Mehrheit der Bürger der Politik vertraut und alle Corona-Regeln mehr oder minder erduldet. Die Akzeptanz könnte schwinden, wenn Sinn und Zweck nicht mehr nachzuvollziehen sind.