Kommentar

Misstrauen bleibt

Archivartikel

 

Anständiger soll Volkswagen werden, den Kulturwandel endlich entschlossen vorantreiben. Die Worte des neuen Vorstandsvorsitzenden Herbert Diess auf seiner ersten Hauptversammlung klangen vertraut. Ähnliche Formulierungen waren in der Vergangenheit immer wieder zu hören, nachdem Unternehmen bei kleinen oder großen Sünden ertappt wurden.

Nun muss man Diess zugutehalten, dass er weder für den Dieselskandal noch für dessen mangelhafte Aufklärung verantwortlich ist. Das Misstrauen bleibt, ob sich hinter den blumigen Worten nicht doch nur wieder ein Versuch verbirgt, das angekratzte Image etwas aufzupolieren. An seinen Taten wird er sich schließlich messen lassen müssen.

Stutzig macht aber schon, dass von einer Entschädigung der durch die Dieselmanipulationen gelackmeierten deutschen Kunden nach wie vor nicht die Rede ist. Die Verantwortung endet hier am eigenen Geldbeutel.

An anderer Stelle hat der weltgrößte Autobauer die Botschaft des Marktes anscheinend verstanden. Bei allen Schwächen kommt VW bei der Elektromobilität auf Touren. Diess sieht darin den Antrieb der Zukunft. In China, Volkswagens wichtigem Absatzmarkt, setzt die Politik schon massiv auf die E-Mobile. Vorsichtig wagt sich der Konzern auch an das Herzstück der Elektroautos, die Batteriezellenproduktion, heran. Allein die Dimension dieser Themen verdeutlicht, vor welch schwierigen Aufgaben der neue Konzernchef steht.

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