Kommentar

Mit offenen Augen

Im vergangenen Jahr sind laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) 504 Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Das sind 100 mehr als 2017. Dabei spielen Faktoren mit, die der Mensch beeinflussen kann. Meistens sind solche Unfälle darauf zurückzuführen, dass die Menschen die Gefahren im Wasser unterschätzen. Die Baderegeln, durch deren Einhalten viele Unglücke vermieden werden könnten, sind häufig nicht mehr präsent. Deshalb ist eine Aufklärung durch Badesee- und Schwimmbadbetreiber notwendig – etwa durch auffälligere Schilder oder Gespräche.

In den meisten Bädern hält die DLRG oder ein Bademeister Wache. Für alle anderen Fälle ist eine gewisse Zivilcourage von anderen Besuchern zu begrüßen. Wie zum Beispiel vor zwei Wochen im Herzogenriedbad: Drei Personen haben dort laut einer „MM“-Leserin einen ertrinkenden Badegast aus einem Schwimmbecken gerettet und anschließend Erste Hilfe geleistet. Der Bademeister konnte währenddessen die Rettungskräfte rufen. Eine lebensrettende Aktion, die leider viel zu selten auftritt. Viele Menschen schauen in brenzligen Situationen entweder weg oder wissen nicht, wie sie sich am besten verhalten sollen.

Im Alltag wird nicht häufig genug darauf aufmerksam gemacht, dass man auch auf seinen Nächsten achten muss. Das sollte sich ändern. Wären mehr Badegäste mit offenen Augen in Schwimmbädern und an Badeseen unterwegs, könnte die Zahl der Ertrunkenen vielleicht verringert werden.

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