Kommentar

Mit ruhiger Hand

Archivartikel

Jürgen Berger zur Situation der TSG Hoffenheim

Die TSG Hoffenheim und Sebastian Hoeneß haben sich trotz des Rückschlags vor der Länderspielpause in ihrem ersten Zwischenzeugnis eine gute Note verdient. Der neue Trainer hat die Mannschaft von seinen Ideen überzeugt und punktet mit einer unaufgeregten Art. Von seinen Spielern wird der ehrgeizige Erstliga-Neuling vor allem für eine klare Ansprache gelobt – und genauso konsequent verfolgt der 38-Jährige bisher seinen Plan.

Hoeneß ist kein Lautsprecher, kein Entertainer. Seine zurückhaltende Art nach dem spektakulären Bayern-Coup verwunderte viele Beobachter. Doch der frühere Trainer des FC Bayern München II tickt nun einmal so. Nach einer Gala verfällt er nicht sofort in Euphorie – und nach einem Rückschlag wie jetzt bei Eintracht Frankfurt wird bei aller Unzufriedenheit nicht alles sofort emotional in die Tonne geschmettert.

Auch wenn es ein bisschen langweilig und unspektakulär klingen mag, wenn er wiederholt auf einen Entwicklungsprozess, in dem sich die Mannschaft noch befindet, hinweist – Hoeneß hat mit diesem Einwurf zum jetzigen Saisonzeitpunkt absolut Recht.

Die Kraichgauer unterliegen trotz des Paukenschlags gegen die Bayern, der natürlich die Erwartungshaltung in Fankreisen gesteigert hat, noch immer Leistungsschwankungen. Das wurde beim erfolgreichen Pokal-Krimi in Chemnitz, beim Ligastart in Köln und jetzt bei der Eintracht deutlich – nur eben diesmal ohne glückliches Ende für die TSG.

Hoeneß, der seit seinem Amtsantritt im Sommer vieles richtig gemacht hat, kennt das große Potenzial seines Teams, ist sich aber auch der Schwachstellen bewusst. In der Länderspielpause will er mit seinen Profis in Ruhe die nötigen Hausaufgaben erledigen, um den nächsten Schritt zu einem stabilen Spitzenteam zu machen. Diesen Anspruch hat der Club, der immens von Andrej Kramarics Topform profitiert, für die nächste Phase. Und die wird mit dem Start der Europa-League-Gruppenphase auch für Hoeneß sehr herausfordernd.

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