Kommentar

Mit Vorsicht zu genießen

Archivartikel

Zwei Fußlahme zusammen – davon einer immer noch besonders gehandikapt – ergeben keinen guten Läufer. Das sieht man offensichtlich auch an der Börse so. Die Kurse von Deutscher Bank und Commerzbank zeigten gestern wieder mal nach unten. Natürlich ist nicht abwegig, dass Deutsch- und Commerzbanker – wie wieder einmal vermeintliche Insider, die natürlich nicht genannt werden wollen, zu wissen glauben – miteinander sprechen und auch die Regierung dabei mitredet. Schließlich ist sie immer noch mit 15 Prozent größter Aktionär der Commerzbank. So etwas ist eher normal, schließlich kennen sich die Herren gut und laufen sich wöchentlich bei irgendwelchen Konferenzen im In- und Ausland über den Weg. Fakt ist aber auch, dass beide Banken immer noch in der Sanierung stecken. Die Commerzbank ist ein Stück weiter, die Deutsche Bank steht noch deutlich in der ersten Hälfte. Beide müssten erst einmal wieder festen Boden unter die Füße bekommen, bevor es zur blaugelben Deutschen Commerzbank kommen dürfte.

Im Übrigen: Eine Fusion macht nur Sinn, wenn die Banken Doppelstrukturen – ganz oben angefangen – abschaffen. Was erst einmal viel Geld kostet. Erst dann kann ein Zusammenschluss Gewinn und Mehrwert bringen. Spekulationen über eine angebliche Fusion der beiden größten deutschen, international abgeschlagenen Geldhäuser sind mit Vorsicht zu genießen. Gelassenheit ist am Platz.

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