Kommentar

Mit Weitblick

Jürgen Berger zur Situation von Eintracht Frankfurt

Zu den entscheidenden Faktoren für den Höhenflug von Eintracht Frankfurt gehört die Unaufgeregtheit der sportlichen Führungskräfte. Obwohl Fredi Bobic, Bruno Hübner und Adi Hütter durch die Qualifikation zur Europa League unter besonderem Zeitdruck ein schwieriges Personalpuzzle zusammensetzen müssen, arbeiten sie Schritt für Schritt ihre Prioritätenliste ab – und liegen dabei trotz der allseits gestiegenen Erwartungshaltung mit ihren Transfers voll im Plan.

Die Millionen aus dem Verkauf von Luka Jovic zu Real Madrid werden sinnvoll und mit Weitblick investiert. Die Eintracht, die künftig noch variabler und unberechenbarer auftreten möchte, greift ins nächsthöhere Transferregal, bleibt dabei aber auf dem Boden. Dominik Kohr und Djibril Sow verleihen dem Mittelfeld mehr Dynamik, Dejan Joveljic könnte sich vom Potenzial her als ein ähnliches Schnäppchen wie zuvor Jovic erweisen.

Trotz der anhaltenden Ungewissheit über einen Verbleib der Stürmerstars Ante Rebic und Sébastien Haller nutzen die Hessen ihre durch die Glanzlichter auf internationaler Bühne gestiegene Anziehungskraft – und wollen trotz der Euphorie weiter gesund wachsen. Das ist der richtige Weg.