Kommentar

Mühsames Geschäft

Thorsten Langscheid über die Klimafolgen-Anpassung

Ist das jetzt nur grüne Symbolpolitik? Ein kleiner Zuschuss hier und da, und man kann sich im Rathaus auf die Brust klopfen? Nein, das Förderprogramm ist zwar mit den jährlich 80 000 Euro Steuergeldern nicht wirklich üppig ausgestattet, zeigt aber langsam seine Wirkung – auch wenn tatsächlich noch jede Menge Luft nach oben ist: Bislang sind nur etwa zehn Prozent der für Begrünungen geeigneten Dächer bepflanzt worden.

Im Rückblick ist das auch nicht gerade ein Ruhmesblatt, den eine entsprechende Satzung gibt es in Mannheim bereits seit 1988. Damals galt diese kommunale Vorschrift als wegweisend. Dass sie nicht richtig greifen konnte, lag wohl vor allem daran, dass viel zu viele Ausnahmen möglich waren. Deswegen ist es jetzt ein richtiger Schritt, dass Mannheims Klimaschützer die Werbetrommel dafür rühren, dass sich auch private Hausbesitzer für mehr Grün in der Stadt engagieren – sprich: Geld dafür ausgeben, dass die Innenstadt besser durch die Hitzewellen kommt, die in Zukunft immer öfter zu erwarten sind.

Dass aber nicht nur Privateigentümer gefragt sind, daran lässt Bürgermeisterin Felicitas Kubala keinen Zweifel: Wärmere Winter, heißere Sommer – die Folgen lassen sich an vertrocknenden Grünanlagen, aber auch an höheren Krankenständen in Unternehmen sowie an Sturm- und Wasserschäden nach Unwettern ablesen. Dagegen werden Bäume gepflanzt, Regenrückhaltebecken gebaut, Arbeitsabläufe in Verwaltung und Firmen optimiert – die Anpassung an den Klimawandel ist ein mühsames Geschäft, an dem man auch im Rathaus ernsthaft arbeitet.

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